The Horrors – Night Life

Kategorie: Albums, Indie Rock

KLANGSTART: März 2025

NIGHT LIFE ist ein düsteres Synth-Album einer Band, die sich von den großen, raumgreifenden Klängen der Vergangenheit abwendet, um sowohl die Trostlosigkeit als auch die Freuden zu erkunden, wenn Licht zu Dunkelheit wird.

The Horrors – ja, diese Horrors, die mit „Strange House“ aus der Gruft gekrochen sind, mit „Primary Colours“ das Indie-Regelwerk in zwei Hälften gerissen und mit „Skying“ manche Leute zum Schweben gebracht haben – sind zum gefühlt dritten Mal aus dem Abgrund zurückgekehrt. „Night Life“ ist keine Siegesrunde oder Nostalgie-Aktion – beides haben sie schon einmal versucht, mit mäßigem Erfolg. Dieses rätselhafte Biest ist postindustrieller Glamour, durchdrungen von narkotischer Angst und dem Klang des schönen Verfalls. Es ist völlig durchgeknallt, im besten Sinne – und es fühlt sich an wie der Höhepunkt dessen, was sie in den letzten zehn Jahren versucht haben. Die beiden EPs, die dem Album vorausgingen, orientierten sich am Industrial-Sound des 2017er Albums „V“ – insbesondere der eröffnende Track „Machine“. 

Die Reaktionen auf die Hard-Techno-Ära in enger Lederkleidung, die 2021 mit „Lout“ und „Against The Blade“ einsetzte, waren gemischt – und da Nebenbeschäftigungen für die Bandmitglieder zunehmend im Mittelpunkt standen, wäre es nicht töricht gewesen, das Ende der Band anzunehmen. Aber hier sind wir nun, mit einer neuen Besetzung von The Horrors – Sänger Faris Badwan und Bassist Rhys Webb bilden weiterhin den Kern; Tom Furse (Keyboard) und Joe Spurgen (Schlagzeug) sind nicht mehr dabei, während der ursprüngliche Gitarrist Joshua Hayward etwas Gitarre zum Album beiträgt. Dennoch präsentieren sich The Horrors 2025 als gestärkte Band mit freigeschaltetem Kill-AND-Cure-Modus.

The Horrors präsentieren eine wahre Sammlung düsterer und einzigartiger Köstlichkeiten. „The Silence That Remains“ verkörpert die dämmrige Palette von „Night Life“. Dieser Techno-Rock-Pulshammer kommt fast ohne erkennbare Gitarren aus und lässt sich von seiner Basslinie und den kinetischen Drums zu einem aufregend lebendigen und völlig originellen Track führen. Der Opener „Ariel“ ist ein ungewöhnlicher Hingucker: fünf Minuten tiefschwarzer Schönheit, die auf bekannte Strukturen verzichten und stattdessen einen dennoch zugänglichen Pop-Track bieten, der in einer haarsträubenden Explosion abstrakter Elektronik gipfelt.

Nicht jeder Track erreicht diese Höhen. „Trial By Fire“ ist ein intensiver Industrial-Rock-Kracher mit beeindruckender Kraft, dem aber die Atmosphäre fehlt, die die oben genannten Highlights so fesselnd macht. Als (schwarzes) Ganzes ist „Night Life“ jedoch eine beeindruckende Rückkehr einer Band, die lange gebraucht hat, um sich zu ihrer aktuellen Form zu entwickeln.

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