Kylie Minogue – Tension II

Kategorie: Albums, Klangbonbons, Pop

KLANGSTART: Oktober 2024

TENSION II ist KYLIE MINOGUE in Reinkultur.

„Meet me at the disco-go-go-go…“ winkt Kylie Minogue auf ihrem 17. Album „Tension II“. Obwohl sie sagte, dass diese 13 Tracks größtenteils Reststücke von „Tension“ aus dem letzten Jahr sind, gibt es keinerlei Qualitätsverlust, da die sexy kleine Glitzerfee des Pops weiterhin die Freuden der Tanzfläche heraufzaubert. Tatsächlich ist dies einer der Momente, in denen die Fortsetzung das Original gelegentlich übertrifft: „Tension II“ fühlt sich mutiger, härter und einfallsreicher an als sein Vorgänger, während es dennoch direkt aus der gleichen lustigen und prickelnden Stimmung hervorgeht. Auf einem Großteil ihres neuen Albums behält Minogue die Uptempo-Dance-Pop-Überzeugung ihres Vorgängers bei. Der kinetische Eröffnungstrack „Lights, Camera, Action“ zeigt die Princess of Pop mit ihrem eigenen, einzigartigen Clubland-Sound. 

Wie die erste Single enthält „Tension II“ auch viele klassische und frische Referenzen. Bei ersterem Ansatz greift sie einen Eurodisco-Retrofaden auf und verleiht ihm bei „Taboo“ und „Kiss Bang Bang“ einen spielerischen Touch. Erfahrene Audiophile werden in ihrem breiten Lexikon an Einflüssen Spuren von Boney M. bzw. Madison Avenue entdecken. Und auf der letzteren Seite dröhnen Minogue’s schäumende Balearic House- („Good as Gone“) und Synthpop-Vibes („Hello“) mit der Absicht, moderne Diskotheken von Wand zu Wand zu füllen. In einem Interview mit NME im letzten Monat hob Minogue den Song „Taboo“ als einen ihrer Favoriten auf dieser Platte hervor und beschrieb ihn als „distant cousin of Britney Spears’ ‘Toxic‘“. 

Retro-Disko-Streicher erheben sich aus einem verborgenen Ort im Mix (wie die in Madonna’s „Hung Up“), um das Drama zu tragen. Geigen, die (oben ohne und in Plateauschuhen) von einer Boney M-Aufnahmesession der frühen Achtziger hätten kommen können, schweben und rauschen durch einen EDM-Puls, während Minogue atmet: „One drink? I know I shouldn’t but I just can’t help myself … un, deux, trois.“ Die Frau, deren Renaissance in den Nullerjahren von einem Song angetrieben wurde, bei dem sie einfach „laaa-laa-laa“ schmollte („Can’t Get You Out of My Head“, 2001), startet für eine ganz neue Generation mit noch mehr sinnlosen Silben auf dem letztjährigen „Padam Padam“ neu durch und setzt den Trick hier fort. 

Ihre Liebe ist nicht nur „Tabu“, sondern „Tabu- do-doo, do-dooo“. Niemand blasiert besser. Mit einem Synth-Hook, der die Titelmelodie einer Polizeiserie aus den späten Siebzigern hätte sein können, zollt sie in „star-ah-ah-ah, no matter where you are-ah-ah-ah“. Textlich bleibt „Tension II“ weitgehend den Themen Spaß, Flirten und Mode treu. In dem herausragenden Song „Someone for Me“ trauert sie dem Liebhaber einer Freundin nach und in „Hello“ macht sie ohne Reue einen Sexbesuch: „Hello, I am at your door/I know you’re awake/Yeah, it’s close to four/Let me in.“

Aber falls man denken mag, das Album sei nur kalorienarmer Dance-Pop, so liefert Minogue in „Good as Gone“ ihren bisher herzzerreißendsten Abschiedskuss: „Love the way I look ripped out of your arms/Who would think that losing you would be so much fun?“ Zusammen mit einer herrlich wackeligen Basslinie und Live-Disko-Streichern ist der Track eine mehr als würdige Ergänzung zur Ahnenreihe der Mutter aller Trennungslieder: „I Will Survive“ von Gloria Gaynor. Für Fans, die sich nach mehr von Kylie’s exzellenter Produktion aus den frühen 2020er-Jahren sehnen, ist „Tension II“ genau das Richtige. Minogue klingt unglaublich cool und selbstbewusst – selig in ihrem natürlichen Lebensraum aus Pailletten und Stroboskopen. Tension 2025 sollte eine tolle Tour werden.

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